Nortje, Jenny und Nico.(v.l.) proben beim Tag der offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr Friedirchsdorf den Einsatz auf knallroten Bobbycars.

Sonntag, der 31. Mai 2009

Löschengel auf Bobbycars


«Zu schwer» lautet das Urteil von Matthias. Schnell nimmt Torsten Göbel den Feuerwehrhelm vom Kopf des Dreijährigen und setzt ihn dafür der fünfjährigen Marietta auf. Die Beiden gehören zu den unzähligen Kindern, die beim Tag der offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr Friedrichsdorf mal Probesitzen wollten – in einem echten Drehleiterfahrzeug. «Die meisten Kinder finden es total spannend, mal in einem echten Feuerwehrfahrzeug zu sitzen. Nur wenige haben dann doch ein bisschen Angst und klettern nicht hinein», so die Erfahrung des Feuerwehrmanns. Der 20-Jährige ist Mitglied der freiwilligen Wehr aus Seulberg. «Wir haben uns von den Seulberger Kameraden die Drehleiter ausgeliehen. Überhaupt klappt das prima mit der gegenseitigen Hilfe, auch bei Festen wie diesen», freut sich Norbert Fischer, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr. Der Verein hatte wieder gemeinsam mit der Einsatzabteilung zum Tag der offenen Tür am Feuerwehrgerätehaus am Petterweiler Holzweg eingeladen. «Bei uns stehen die Familien im Mittelpunkt. Wir wollen Begeisterung für die Feuerwehr wecken», formuliert Fischer das Ziel der Veranstaltung. Deshalb sei ein abwechslungsreiches Kinderprogramm immer besonders wichtig. Auch das Werben um neue Mitglieder für den Förderverein ist Fischer ein Anliegen. «Derzeit haben wir über 300 Mitglieder», informiert er. Auch in den Reihen der Feuerwehrleute selbst stand der Nachwuchs im Mittelpunkt. Die 16-köpfige Jugendfeuerwehr zeigte bei einer Schauübung, was sie auf dem Kasten hat und überzeugte zudem mit einem abwechslungsreichen Spielparcours, den sie für die Mädchen und Jungen aufgebaut hatte. «Außerdem haben wir eine Kletterwand von der hessischen Jugendfeuerwehr ausgeliehen und haben Kinderquads am Start», erzählt Fischer. «Die Brandschutzerziehung bleibt ebenfalls nicht außen vor», fügt Stefan Druleib, einer der Jugendfeuerwehrleiter, hinzu. Dazu hatten die Feuerwehrleute keine Mühen gescheut und eine Notrufsäule aufgestellt. Zudem simulierten sie mit einer Nebelmaschine Rauchentwicklung und die Bedeutung von Rauchmeldern. In einer Miniatur-Feuerwehrwache aus Pappe konnten die Kinder dann selbst Feuerwehr spielen und mit ihren «Einsatzfahrzeugen» – knallroten Bobbycars – umherdüsen. Mit unter die Besucher mischten sich sieben Feuerwehrleute aus der französischen Partnerstadt Houilles sowie elf Jugendliche der freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn. «Wir sind froh, dass wir nach längerer Pause den Kontakt zu unseren Freunden aus Houilles wieder haben aufleben lassen», erklärt Fischer. «Zu Ottobrunn besteht seit vielen Jahr ebenfalls eine freundschaftliche Verbindung.» Der Fördervereinsvorsitzende war mit der Resonanz des Tages rundum zufrieden und hatte gleich einen weiteren Grund zur Freude: Sven Bergner, Filialleiter der Sparda Bank Bad Homburg, überreichte ihm einen Scheck in Höhe von 2500 Euro. «Damit wollen wir die Jugendfeuerwehr unterstützen», betont Fischer. «Toll wäre es, wenn nach so einem Tag der offenen Tür einige Kinder und Jugendlichen bei uns hängen bleiben», so Fischer. «Unsere Jugendfeuerwehr kann immer Nachwuchs gebrauchen.»